Nimmst Du Dir alles zu sehr zu Herzen?

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Kennst Du das? Dass Du Dir alles sehr zu Herzen nimmst?

Unabhängig davon, ob es Dein Gegenüber gut meint oder ob es sich um verletzende Kommentare handelt? Fühlst Du Dich von den Aussagen anderer schnell persönlich getroffen und kannst damit schwer umgehen? Knabberst Du daran, wenn Dir andere etwas sagen, was Du nicht gerne hörst?

Verstehe ich sehr gut. Mir geht es nämlich auch so. Mich nervt es z. B., wenn Menschen mich immer wieder auf Rechtschreibfehler hinweisen. Bestimmt nur gut gemeint, aber sie wissen nicht, dass ich als ehemalige Legasthenikerin mich schon in der Grundschule damit rumbeißen musste. Und wirklich mein Bestes gebe.

Manchmal wird auch gar nicht gefragt, ob Feedback für einen gerade passend ist. Z. B. wenn ich gerade einen Vortrag gehalten habe, möchte ich einfach nur durchatmen. Ich habe dann definitiv 150 % gegeben. 2 Tage später kann ich gerne Feedback annehmen. 2 Minuten danach ist es einfach unangebracht, meiner Meinung nach, was meinst Du?

Feedback nach einem inhaltlich Top Vortrag zu hören, wie „man soll lieber weiß statt schwarz tragen“ und „die Haare lieber zu statt offen“. In so Momenten bleibe ich außen ganz ruhig und tobe innerlich.

Ja es trifft mich. Leider immer noch viel zu sehr. 😌

Es ist herausfordernd, nicht automatisch in eine negative Selbstspirale hineinzugeraten. Stunden oder tagelang darüber nachzugrübeln, ob der andere nicht doch recht hat, an sich selbst zu zweifeln und sich abzuwerten.

Hier eine Sichtweise, die dir dabei helfen kann, Kritik, die nicht mehr so zu Herzen zu nehmen:

❌Kritik hat in aller Regel mehr mit der anderen Person zu tun als mit Dir❌

Das Gesagte, ob eine kritische Äußerung, ein nett gemeinter Hinweis oder ein wie auch immer geartetes Feedback sagt in aller Regel sehr viel mehr über denjenigen, aus der dich kritisiert als über dich.

Es sind die Bewertungen, Verurteilungen, Werturteile, Muster und Herausforderungen der anderen Person und vielleicht hast Du sie auch nicht getriggert mit deinem Tun/Sein.

▶️ Wie kannst Du diese Erkenntnis für Dich nutzen?

Beobachte Dich selbst: wie reagierst Du, wenn Dich jemand in Deinen Augen persönlich angreift? Bist Du mit dem Fokus bei Dir und fragst Dich, was Du falsch gemacht hast? Wie Du vielleicht besser hättest reagieren können? Wo Du selbst verkehrt oder nicht richtig warst?

Wenn Du Dich dabei ertappst, sag Dir ganz klar STOP. ❌ Denn sonst nimmst Du Dir das Gesagte in einer ungesunden Weise zu Herzen.

Nachdem Du nun weißt, dass die Aussage des anderen viel mehr mit seiner persönlichen Weltsicht, sich selbst und seinen „Problemchen“ zu tun hat, frag Dich stattdessen: Was ist mit ihm oder ihr los? Wie muss er oder sie denken, wovon überzeugt sein, was erfahren haben, wie drauf sein, dass er oder sie das so formuliert?

Dadurch gelingt es Dir, eine Art Distanz zwischen Dich und den Worten von anderen zu bringen.

Du wirst feststellen: Häufig lädt der andere nur seinen Frust bei Dir ab.

Aus diesem Verständnis heraus fällt es Dir wahrscheinlich leichter, es einfach so stehen zu lassen – und dabei im Frieden mit Dir und dem anderen zu sein.

Du hast Dein Bestes gegeben. Und wenn Du ebenfalls zu den eher selbstkritischen Menschen gehörst, die sich ständig auseinandernehmen, an sich permanent arbeiten und hinterfragen. Dann brauchst Du keine ungefragte Kritik, sondern eher mehr eine große Portion Wertschätzung und Selbst-Anerkennung. Alles ist gut. Du bist gut

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